
Nach einem Ruhetag, allerdings nicht ohne OL (Dorf-OL Täsch), ging es bei weiterhin schönem und sehr heissem Wetter in die zweite Runde.
Etappe 4: Schwarzsee
Mit Start und Ziel auf gleicher Höhe, nämlich etwa 2550m, begann der Lauf über gut belaufbare Alpweiden bergab. Ich kam gut auf die Karte und absolvierte den ersten Laufabschnitt, inklusive die Posten 3 bis 6 im fein coupierten Gelände optimal. Dann, vor dem Posten 7, wurde ich etwas nachlässig und geriet zu tief. Eine Suchaktion von gegen 3 Minuten war die Strafe. Das Schlimmste kam aber noch, nämlich zum Posten 9. Ich dachte, ich hätte 2 Seilbahnen zu traversieren, die erste war dummerweise eine Nordlinie... Dadurch lief ich viel zu weit und geriet völlig aus dem Konzept. Ich suchte mehr oder weniger planlos herum bis ich den Posten endlich fand. Andere brauchten für diesen Posten gut 2 Minuten, ich benötigte fast 8...
Die Motivation war damit auf dem Nullpunkt. Den Aufstieg zum Ziel über die weiteren 5, eher einfachen, Posten erledigte ich dann noch ohne grossen Druck.
Fehlertotal 8:30, autsch! Sollte dies das Streichresulat werden? Eigentlich war schon Etappe 2 dafür vorgesehen... In der laufenden Gesamtrangliste blieb ich allerdings auf Rang 3, nur mein Streichresultat hatte sich verschoben. Auch am vierten Tag blieb PG ungeschlagen!
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Etappe 5: Zermatt
Mit einer noch relativ guten, d.h. noch frühen Startzeit, begab ich mich zum Start im oberen Teil von Zermatt. Früh war gut, weil am späteren Morgen die Kollisionsgefahr mit Touristen, vorzugsweise Japanern, stetig zunahm! Zur Wahl des Schuhwerks hörte man widersprüchliche Ratschläge: leichte Laufschuhe oder OL-Schuhe mit oder ohne Spikes? Ich entschied mich für normale, nicht zu leichte Laufschuhe.
Der erste Teil, vielfach in engen Strässschen und Durchgängen zwischen den dicht stehenden Posten gelang mir nach Wunsch. Ueber die ersten 9 Posten konnte ich mich gut konzentrieren und hatte ich immer Kartenkontakt. Dann kam eine Phase mit längeren Teilstrecken. Zu Posten 11 führte die Route über einen bewaldeten, felsigen Hügel. Hier lief ich leider völlig konfus! Zu weit links geraten, war ich zwischen Häusern, Mauern und Felsen gefangen. Nach einigem Herumturnen fand ich schliesslich auf die Ideallinie zurück, ein bis zwei Minuten hatte dieser Abstecher schon gekostet.
Damit aber noch nicht genug: statt auf der direkten Route zu P.12 zu laufen, setzte ich meine Fehlerphase fort. Zuerst lief ich zurück zu den Felsen, dann noch eine überflüssige Schlaufe in die falsche Richtung durch die Häuser. Für die 350 m Laufstrecke (flach) hätten wohl 2 Minuten reichen sollen, ich benötigte über 4!
Der Rest der Strecke bereitete dann keine Probleme mehr.
Das dicke Ende kam dann beim Auslesen des SI-Chips: Posten 10 fehlte! Ich hatte einen an der falschen Zaunecke erwischt... Offensichtlich war ich ein Haus zu früh abgebogen und einem parallelen Zaun gefolgt.
Damit stand wohl das endgültige Streichresultat fest und ziemlich frustriert beerdigte ich bereits meine Hoffnungen, noch aufs Podest zu kommen.
Natürlich wurde auch diese Etappe von PG mit grossem Vorsprung gewonnen.
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Etappe 6: Sunnegga
Für die Schlussetappe war frühes Aufstehen angesagt. Zur Startzeit um 8:13 hatte ich mich auf der Blauherd-Station auf 2570 m Höhe einzufinden. Da lag ein ausgiebiges Frühstück nicht mehr drin. Zum Glück klappte der Bahntransport ausgezeichnet, einen Kaffee vor dem Start konnte ich auch noch genehmigen. Meine Laune verbesserte sich, als ich erfuhr, dass ich immer noch auf dem dritten Gesamtrang lag. Der Stadt-OL hatte offenbar noch viele Opfer gefordert... Meinen dritten Rang galt es nun zu verteidigen!
Die Routenwahl zum ersten Posten erwischte ich nicht optimal: statt nach links auszuweichen querte ich die Geröllhalde. Den Posten selbst lief ich aber problemlos an. Meine Route war allerdings 30 s langsamer. Die Hangtraverse gegen P.2 lief ich zügig. Kurz vor dem Posten verlor ich aber den Kartenkontakt und zögerte etwas. Schliesslich konnte ich mich anhand der Einzelbäume wieder zum Posten einlesen. Etwa 50 s Zeitverlust. Bei P.4 verwechselte ich die Kontrollnummern von P.3 und P.4. Ich glaubte noch nicht am richtigen Posten zu sein! Bis ich meinen Irrtum bemerkte dauerte es etwa eine halbe Minute.
Ab P.4 lief ich dann aber praktisch fehlerlos. Zu P.5 lief ich im Hang und traf vor dem Posten auf den richtigen Seilbahnmast. Bemerkenswert noch die steile Abfahrt zu P.10! Dann noch die letzten Kräfte mobilisiert und ins Ziel.
Meine Zeit reichte für den zweiten Platz und damit war auch der dritte Gesamtrang gesichert!
PG hatte auch Fehler zu verzeichnen und musste sich diesmal mit dem dritten Tagesrang begnügen.
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Fazit:
Sicher eines der eindrücklichsten OL-Erlebnisse, das man haben kann! OL zwischen den 4-Tausendern bei prächtigstem Postkartenwetter. Auch die Organisatoren und alle Helfer haben hervorragend gearbeitet.
Auf dem Podest mit den "alten" Senioren:

Meine Laufergebnisse waren wechselhaft: 3 recht guten Läufen stehen 3 schlechte Leistungen gegenüber. Die Wertung mit einem Streichresultat rettete mir den 3. Gesamtrang im Feld der 120 Läufer. Allerdings wäre es schwierig gewesen einen besseren Rang zu erzielen. Mein Sturz in der ersten Etappe wirkte zwar in den folgenden Tagen nach. Speziell die Rippenprellung war hinderlich und diese wird wohl noch einige Zeit spürbar sein.
Die Leistung des Siegers in unserer Kategerie, Peter Gagarin, mit seinen 5 Tagessiegen, war fantastisch. Immerhin konnte ich ihn am Schlusstag wenigstens einmal hinter mir lassen :-)
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