Mit dem traditionellen Sylvester-OL in Belgien ist das OL-Jahr 2010 nun endgültig abgeschlossen. Eigentlich wollte ich zuerst wegen den prekären Strassenverhältnissen gar nicht nach Belgien fahren und war schon dabei die Hotelbuchung zu stornieren. Schliesslich am 25. Dezember doch hin gefahren, was ohne Probleme ablief.
In den Laufgebieten lag dieses Jahr so viel Schnee wie noch nie in den letzten 40 Jahren. Die Wetterverhältnisse waren dagegen ganz gut: Temperatur um den Gefrierpunkt und Windstille.
Wegen der Schneedecke wurden die Läufer mit späten Startzeiten extrem bevorteilt. Ich konnte davon nur am ersten und teilweise am zweiten Tag profitieren. Leider machte ich meine Chancen schon an diesen 2 Läufen durch Fehler zunichte. Am ersten Tag holte ich einen falschen Posten, am zweiten beging ich gleich eine Serie von Fehlern. Bei den nächsten drei Läufen war ich mit ganz frühen Startzeiten als Schneepflug unterwegs und beging zudem noch einige Fehler.
Ein Sieg gegen den überragend laufenden Helmut Conrad, Doppelsieger an der WMOC dieses Jahres in der Schweiz bei den H70, wäre auch ohne Fehler sehr schwierig gewesen. Er lief teilweise die besseren Zeiten als die Besten der H60-Kategorie auf der gleichen Bahn. Allerdings konnte er in allen 5 Etappen gegen Schluss starten und musste nur noch in die Spur stehen. Das war einerseits ziemlich frustrierend für mich, andererseits zeigte er, dass man auch noch mit 70 Jahren eine Superform haben kann.
Die restliche Konkurrenz konnte ich hingegen trotz allem noch im Schach halten und so den zweiten Gesamtrang belegen.
Gesamtrangliste (4 von 5 Resultate zählen)
5te und letzte Etappe bei
Lommel. Es begann mit einem 3 km langen Jogging zum Start durch Eis und Schnee, da die vorgesehene Autoanfahrt wegen gesperrter Strasse nicht möglich war. Das gal

t allerdings nur für die frühen Startzeiten, d.h. auch für mich. Im späteren Verlauf, konnte dann der Start wieder per Auto erreicht werden.
Das Laufgelände wäre ohne Schnee ganz interessant gewesen: Partien mit feinem Relief (allerdings 1 m Aequidistanz) und gut belaufbar, sehr wenig Grünpartien. Ich zog es aber vor, die Posten über die Wege anzulaufen. Querlaufen im Schnee war mir zu mühsam. Ausserdem hielt ich mich tempomässig etwas zurück. So kam ich eigentlich gut bis zu Posten 9.
Posten 10 sah einfach aus: durchs Hellgrüne und dann parallel zum Pfad an die Rinne. Die Grünzone dehnte sich dann aber bis zum Weg aus und war recht dicht. Ausserdem waren die braunen Punkte keine Rinne, sondern Hügel, dargestellt durch 0.5 m Zwischenkurven und kaum auszumachen im Gebüsch. Es resultierte daraus eine Suchaktion von 2 bis 3 Minuten.
Vom Ziel wären es 2 km zurück ins Wettkampfzentrum gewesen, aber da ich meine Jacke am Start deponiert hatte wurden daraus 4 km. Also neben den 5.5 OL-km noch 7 km Jogging absolviert. Meine Füsse froren mehr und mehr ein und ich war schliesslich froh, wieder das warme Wettkampfzentrum zu erreichen.
Rang 2 wieder mit viel Rückstand.
Heute waren die Leute mit den frühen Startzeiten gleich doppelt benachteiligt!
RanglisteEtappe 4 bei
Herentals. Wald mit vielen Wegen und Pfaden. Dazwischen ziemlich grün. Einige

Partien mit interessantem Relief.
Die Schneeschicht spielte diesmal nicht eine dominante Rolle wie befürchtet, da meist auf den Pfaden gelaufen wurde. Also war meine frühe Startzeit kein grosser Nachteil.
Meine Fehler hielten sich diesmal in engen Grenzen: Statt den Posten 4 zuerst den nahen P.5 angelaufen ( gut 30 s ). Routenwahl P.8 - P.9 nicht optimal.
Heute war ich erstmals mit meinem Rennen zufrieden. Rang 2 mit doch beträchtlichen 3 Minuten Rückstand.
In der Geamtklassierung ist Rang 2 noch möglich.
Rangliste
Etappe 3 in der Nähe von
Eindhoven, also in Holland. Aehnliches flaches Gelände wie am Vortag. Auch bezüglich Temperatur kein grosser Unterschied. Als Erststartender meiner

Kategorie begab ich mich in den Tiefschnee. Ohne Spuren war die Fortbewegung sehr mühsam. Im offenen Gelände knietiefer Schnee. Auf den gefrorenen Pfaden ging es besser. Posten 1 noch ok, dann zu Posten 2 ein Richtungsfehler und in der falschen Senke gelandet. Auffangen auf dem Weg und zurück: 1.5 Minuten verloren.
Und gleich der zweite Fehler zu P.3: nach links abgekommen. Die Suche im halb offenen Gelände im Tiefschnee war mühsam. Nochmals 2.5 Minuten verloren. Für den Rest versucht möglichst lange auf den Wegen zu laufen. Noch 2 oder 3 kleinere Haken, die jeweils 20 .. 30 s kosteten. Alles in allem gut 5 Minuten technische Fehler. Läuferisch sicher nochmals mindestens soviel verloren, weil noch keine Trampelpfade durch den Schnee zu den Posten vorhanden waren.
Im Ziel zeigte es sich, dass mir eine Postenquittung fehlte, obwohl ich mir sicher war den Posten 4, ein Trichterloch, angelaufen zu haben. Da aber einige weitere Läufer den Posten auch nicht auf dem Badge hatten, war offenbar die Posteneinheit defekt und ich wurde schliesslich noch auf Rang 3 klassiert. Im Gesamtklassement liege ich nach 3 Läufen auf dem letzten Platz...
Rangliste
Etappe 2 bei
Balen. Eine Spur kälter als am Vortag. Flaches Gelände, offen im zweiten Teil

und mit sehr feinem Relief (1 m Aequidistanz!). Das Ganze unter einer Schneeschicht von etwa 30 cm. Die Spuren etwas weniger ausgeprägt als am Vortag.
Am Anfang hatte ich Mühe die Pfade im Schnee zu sehen. Anschliessend ging es ganz ok bis zu P.5. Ab hier häuften sich die Fehler. P.6 etwa eine halbe Minute gesucht. Zu P.7 von der Richtung abgekommen und gesucht (1:20). Zu P.10 Probleme mit Richtung und Relief (1:10). P.11 in der flachen Grube gesucht (1 Min.). Zu P.12 falsch weg gelaufen, grosser Bogen (1:20). Dann knapp an P.13 vorbei (1 Min.). Die letzten Posten noch im Spartempo absolviert.
Total etwa 7 Minuten Fehler, ein ziemlich missglückter Lauf. Diesmal wenigstens alle Posten korrekt...
Es reichte noch zu Rang 2, aber mit einem Riesenrückstand von 9 Minuten auf Altmeister Helmut Conrad (70 jährig).
Rangliste1. Etappe am 26. Dez. bei
Tessenderloo. Das Wetter ganz akzeptabel, d.h. Temperatur etwas über dem Gefrierpunkt. Dieses Jahr liegt aussergewöhnlich viel Schnee in Belgien, im Laufgebiet

bis knietief. Das macht den Lauf natürlich ziemlich irregulär, die zuerst Startenden legen die Spuren, für den Rest ist es ein Geländelauf.
Mit der letzten Startzeit in meiner Kategorie, profitierte ich von den genannten Verhältnissen. Allerdings verliess ich hie und da die Spuren, was sich aber überhaupt nicht auszahlte, da sich das Lauftempo sofort halbierte.
Leider erwischte ich einen falschen Posten (bei Nummer 4) und damit schon ein Streichresultat :-((
Die Zeit hätte zum zweiten Platz gereicht (etwa 40 s zurück).
Die Aussichten für ein Spitzenresultat haben sich damit schon verflüchtigt, da ich noch zweimal mit der ersten Startzeit in den Wald/Schnee muss...
Ranglisten