23.7.06

Swiss-O-Week: die ersten 3 Tage

Etappe 1: Gornergrat

Ein Abfahrtsrennen von 2900m hinunter nach Riffelberg auf 2500m Höhe. Im oberen Teil recht steinig, unten dann durch schneller belaufbare Wiesen. Im Jahr 2003 fand hier schon ein Lauf statt. Daran hatte ich schlechte Erinnerungen: Nebel, Regen und zudem ein falscher Kartenmassstab machten diesen Lauf zum Flop. Diesmal jedoch war alles perfekt: Schönes Wetter, prächtige Rundsicht und angenehme Temperatur, der Kartenmassstab korrekt...
Mit einer frühen Startzeit begann ich vorsichtig mit einer Sicherheitsroute auf P.1. Die letzten 150m führten allerdings im Schritttempo über eine Geröllhalde hinunter zum schlecht sichbaren Posten. Viele Läufer verloren hier Zeit.
Beim Weglaufen vom P.1 glitt ich auf einer Felsplatte aus und stürzte auf die linke Seite. Knapp konnte ich einen weiteren Absturz über einen Felsblock vermeiden. Mit heftigen Schmerzen im linken Oberschenkel sowie im rechten Brustbereich lief ich weiter. Nachdem die Geröllhalde hinter mir lag, konnte ich die Schmerzen weg drängen und mit guter Konzentration weiter laufen. Der ganze restliche Lauf gelang mir dann recht gut, dank verhaltenem Tempo war der Kartenkontakt immer vorhanden. Mit einem 4. Rang war doch noch eine gute Basis für den Mehrtage-OL gelegt.
Karte
Rangliste


Etappe 2: Grünsee

Wieder mit der Gornergratbahn hinauf, diesmal bis Riffelalp. Leider gabs Transportprobleme: Verspätete Abfahrt und ein Zwischenhalt wegen Weichenproblemen liessen die Zeit knapp werden. Nach der Ankunft chaotische Verhältnisse um den Bahnhof und auf dem Weg zum Zielhang. Das gab Stress vor dem Start. Viele Läufer kamen verspätet an den Start, mir reichte es noch knapp.
Mein Sturz vom Vortag zeigte seine Folgen, es tat mir buchstäblich alles weh... Die Schmerzen bekämpfte ich mit Voltaren und Spiralgin.
Nach dem Start kam ich eigentlich gut auf die Karte und die ersten 5 Posten absolvierte ich fehlerfrei (bei P.5 lag ich in Führung, 32 s vor PG!). Dann zum Posten 6 unterlief mir ein schwerer Fehler: ich glaubte mich schon etwa 200m weiter und stieg zu früh den Steilhang hoch. Nach einiger Zeit wurde ich unsicher und bewegte mich auf der Höhe langsam westwärts. Nach ewig langer Zeit kam ein Zaun und der Hang drehte endlich nach Nordwest. Noch 35 Höhenmeter zum Posten. Das waren gute 3 Minuten Zeitverlust. Der Schlussteil, meist über die Wiesen, war dann eher einfach. Allerdings lief ich am Schluss noch unsauber und verlor an den beiden letzten Posten noch je 30 s. Es blieb mir noch der 5. Rang, mit fast 5 Minuten Rückstand. Ein zweiter Rang wäre locker möglich gewesen.
Karte
Rangliste


Etappe 3: Trockener Steg

Diese Etappe auf 2900m am Fuss des Matterhorns und am Rand des Gletschers versprach anstrengend zu werden, Start und Ziel befanden sich auf gleicher Höhe. Das Ganze war dann über weite Strecken eine Art Kiesgruben-Geländelauf, allerdings mit prächtigem Bergpanorama und bei nach wie vor schönem Wetter.
Der Einstieg gelang mir gut: den ersten Posten, einer der schwierigeren Sorte, lief ich perfekt an. Zu P.2 zuerst Geländelauf, dann stieg ich in der Endphase zu weit links hoch und erwartete den Posten zu früh. Hier wäre noch eine Minute zu holen gewesen. Dann Geländelauf bis P.5. P.6 verlangte etwas mehr Aufmerksamkeit. Die Teilstrecken zu P.8 und dann zu P.10 waren wieder recht anspruchsvoll, ich hatte aber keine Probleme. Der Rest war dann noch ein Konditionstest bergauf ins Ziel.
Es resultierte der 3. Rang, 3:30 hinter der Bestzeit (wieder von PG). In Anbetracht meiner Rippen- und Oberschenkelprellungen ein gutes Ergebnis.
Karte
Rangliste

Schade, dass unsere Bahn nicht in den weit interessanteren Ostteil der Karte führte.


Nach drei Etappen führte Peter Gagarin unangefochten mit drei Tagessiegen. Als zweitbester Schweizer lag ich immerhin auf Platz 3, nachdem sich WMOC-Medaillengewinner Timo Peltola mit zwei misslungenen Läufen etwas aus der Spitze zurück gezogen hatte.

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