Der Riesenaufwand, den die Organisatoren für den Transport der Läufer in die
Wettkampfgebiete trieben, hat sich für mindestens einen Teil der Kategorien nach meiner Meinung nicht gelohnt. Die ganz jungen und die ganz alten Läufer bekamen meistens statt der versprochenen alpinen, bestenfalls voralpine Gebiete am jeweiligen Kartenrand vorgesetzt. Dies wurde bei der Auschreibung nicht gebührend kommuniziert. Allenfalls hätte sich dann ein Teil der Läufer für andere Kategorien anmelden können.

Randgebiete...
Bei aller Hochachtung vor der grossen Leistung und der Flexibilität der Organisatoren, Zermatt 2006 bleibt der unübertroffene Höhepunkt der Mehrtageläufe in der Schweiz.
Für mich liefen die Rennen recht erfolgreich. Bei allen 5 Wettkämpfen (Lauf 3 wurde wegen Ueberschwemmung nicht ausgetragen) konnte ich aufs Podest laufen (Rang 3 - 1 - 3 - 1 - 2) und mit Gesamtrang 2 abschliessen. Bei einer Minute weniger Fehler am letzten Tag hätte es sogar bis ganz vorn gereicht...
Resultate
Etappe 6 - Gibel zum Zweiten
Wegen der unsicheren Wetterlage mit angekündigten weiteren Regenfällen, entschlossen sich die Organisatoren, die bereits verschobene Etappe Lidernen endgültig ausfallen zu lassen. Das Risiko, dass die Riemenstaldenstrasse erneut verschüttet werden könnte, erschien zu gross.
Als Ersatz wurde eine weitere Etappe im Gebiet Gibel auf die Beine gestellt. Von diesem Gelände waren offenbar genügend Karten gedruckt worden (etwa 3000 Stück erforderlich). Mit einem Rieseneinsatz der Organisatoren wurden in Nachtarbeit neue Bahnen gelegt und das Transportkonzept umgestellt.
Als einzige Einschränkung mussten die Bahnen von den Läufern vor dem Start abgezeichnet werden.
In der Gesamtwertung wäre es mir noch möglich gewesen, vom zweiten auf den ersten Platz vorzustossen. Peter Gagarin verzichtete auf den Start am letzten Tag, er hatte keine Lust, nochmals durch das gleiche Gelände zu stolpern (" I have the time, but not the desire ..."). So hätte ich ihn mit einem Sieg oder sehr wenig Rückstand noch überholen können.
Wettermässig sah es zunächst ganz gut aus. Leider zogen dann genau vor meiner Startzeit (13:33) Nebelschwaden auf und es begann zu regnen. Als kein Vorteil durch die späte Startzeit, im Gegenteil. Im Wald war es dann sehr dunkel, als ich los legte.
P.1: Einlaufstrecke den Weg hoch bis zur Gabelung. Dann quer durch schwer belaufbare Schratten
felsen zum Posten, ok.P.2: etwas zögernd durch das ruppige Gelände. Ich erwartete den Posten weiter rechts oben, sah dann aber noch rechtzeitig die Flagge an der Kuppe, ok.
P:3: bis vor den Posten einfach. Zum Posten sehr ruppig und grün. Posten aber sofort getroffen.
P.4: zurück auf den Weg, von der Biegung zum Posten, perfekt.
P.5: links um den Hügel, ok.
P.6: wollte zuerst unter den Felsbändern durch laufen. Dann unsicher geworden und zum Weg hochgestiegen. Posten von oben angelaufen. Noch ok.
P.7: auf den Weg, dann von der Lichtung zum Posten, ok.
P.8: den Weg zu spät verlassen und auf dem Pfad rückärts zum Posten, etwa eine Minute verloren.
P.9: beim Abkürzen zu weit nach links geraten, praktisch am letzten Posten gewesen. 30 s verloren. Zurück zur Haarnadelkurve und den Posten gut angelaufen. In der Zwischenzeit immer noch mit 13 s knapp in Führung.
P.10: die Mulde einen Hügel zu früh gesucht. Karte kaum noch lesbar wegen Regen und Dunkelheit. Rechts und dann links gesucht, fast bis zum letzten Posten. Dann wieder zurück. Etwa 2 Minuten verloren.
P.11-Ziel: ok.
Fehlertotal etwa 3.5 Minuten. Das reichte zwar noch zum zweiten Tagesrang, aber der Rückstand von 1:39 auf die Bestzeit war leider eine Minute zu gross, um im Gesamtklassement den Sprung an die Spitze zu schaffen. So wurde ich Gesamtzweiter, dazu hätte ich die letzte Etappe nicht einmal laufen müssen.
Rangliste
Das ist die ursprünglich als 6. Etappe vorgesehene Bahn für die H65. Nicht besonders reizvolles offenes Gelände. Hanglaufen auf den Kuhweiden.Etappe 5 - Gibel
Endlich wieder einmal eine reguläre Etappe und sogar noch bei schönem und warmem Wetter im Gebiet Gibel, oberhalb von Schwyz. Das Gelände erwies sich dann als extrem ruppig, vor allem im ersten Teil konnte man sich meistens nur im Schritttempo bewegen. Steine und Felslöcher verlangten hohe Aufmerksamkeit, um einen Unfall zu vermeiden. Dazu war die Sicht sehr eingeschränkt.
Der Lauf gelang mir gut. Vor Posten 8 verlor ich etwa eine Minute als ich den Posten zu früh erwartete
und ein Stück rückwärts die Mulde hochstieg.P.1: von der Weggabel langsam und vorsichtig durch die Felsen hoch. Die Mulde sofort getroffen.
P.2: auf die Schneise gekommen, dann nach links in die Senke, ok.
P.3: mit Kompass durchs Grün, ok.
P.4: zum Weg gelaufen, was sehr mühsam war, dann von schräg ruckwärts in die Mulde. Die direkte Route über die Schneise wäre schneller, es erschien mir aber zu riskant, den Schneisenanfang zu finden.
P.5: war einfach, über die Lichtung, ok.
P.6: etwas zu weit nach links auf den Weg gelaufen. Besser: rechts über die Wiese, 30 s schneller.
P.7: über den Pfad, dann vorsichtig hinunter in die Mulde, ok.
P.8: zu früh gesucht, etwa 1 Minute verloren.
P.9-10-Ziel: trivial.
Es reichte zum Tagessieg, 70 s vor Peter Gagarin.
Rangliste
Etappe 4 - Chinzig - Seenalp:
Eigentlich Etappe 6, weil die Strasse zum Etappenort Nr.4 durch einen Erdrutsch verschüttet war, wurde die Etappe 6 vorgezogen. Damit natürlich auch meine frühe Startzeit vom Samstag. Also wieder sehr frühe Tagwache und mit zweimal Militärtransport hoch zum Start. Ganz knapp konnte ich einen verspäteten Start vermeiden, denn der zweite Transport verlief äusserst schlepp
end, mit 3 Zwischenhalten. Immerhin noch 2 Minuten Reserve am Start... Also ohne Einlaufen ins ruppige Gelände.
Das technisch einfache Rennen gelang mir dann recht gut, keine groben Fehler. Am Anfang bereitete es mir Mühe, mich auf das Rennen zu konzentrieren In den Steigungen hatte ich allerdings ganz schwere Beine und verlor dort sicher einige Zeit. Auch abwärts fühlte ich mich nicht locker und
es lief nicht so schnell wie gewünscht. Am Posten 8, nach gut 20 Minuten, lag ich zwar nur eine Sekunde hinter Peter G., doch in den folgenden Steigungen verlor ich minutenweise Zeit, ohne die einfachen Posten zu suchen. Am Schluss noch eine schlechte Route zum letzten Posten. Ich blieb im Kraut und im Stacheldraht hängen. Das gab noch Rang 3, aber über 4 Minuten hinter Peter.Rangliste
Den Leuten vom Start 3 (die ganz Jungen und die ganz Alten, ab H65) blieb das schöne, offene Gelände in den höheren Lagen versagt, dafür auch keine Abfahrt im Schlussteil hinunter zum Ziel. Aber auch so wurde man zusammengestaucht, jedenfalls tat mir im Ziel jeder Knochen weh...

Der schönere Teil der Karte - Laufgebiet für die anderen Kategorien mit hoch gelegenem Start.
Etappe 3 - Ruosalp:

Abgesagt, d.h. buchstäblich ins Wasser gefallen...
Früh aufgestanden und nach Muotathal gefahren. Zuerst war es nur ein Gerücht, dann Gewissheit: heute kein Rennen für die Leute mit Start 3.
Das wäre unsere Bahn gewesen.
Etappe 2 - Schwialppass:Die Wetterprognose für den Montag hielt was sie versprach: Kälteeinbruch mit Regen, den ganzen Tag.
Eine lange Anfahrt (45 Minuten) mit Militärfahrzeugen brachte uns ins Wettkampfgebiet jenseits des Pragelpasses. Ich war froh, konnte ich endlich aussteigen, denn ich spürte aufkommende Uebelkeit vom Kurvenfahren.
Auf dem Zielplatz regnete es, Nebelschwaden zogen vorbei und alles war dreckig und nass. Zum Glück war es nicht weit zum Startplatz. Obwohl ich genügend Zeit zur Vorbereitung hatte, verpasste ich noch beinahe meine Startzeit.
Der Lauf gelang mir gut, keine Zeitverluste durch Postensuche. Die Bahn war technisch eigentlich recht einfach. Physisch waren die Anforderungen höher: tiefer Boden, steil und glitschig, in den offenen Partien sehr löcheriger Boden (Kuhweiden). Das Highlight war der Aufstieg zu P.11: 100 m Steigung am Stück, ein wahrer Konditionstest.
Diesmal reichte es mir zur Bestzeit mit 2 Minuten Vorsprung.
Ebenfalls positiv: keine Probleme mit dem Oberschenkel, trotz der tiefen Temperatur.
Rangliste
Nach dem Lauf ging es wieder auf den Militärfahrzeugen hinunter nach Muothatal. Da es diesmal noch etwas schneller durch die Kurven ging, stellte sich wieder Brechreiz ein. Das Schlimmste konnte ich aber verhindern...
Etappe 1 der SOW am 2. August in Schwyz. Als Auftakt war ein Stadt-Sprint angesagt. Leider war das Wetter ziemlich mies: Regen in reichlicher Menge und kühle Temperaturen nach dem gestrigen Hochsommertag. Ich hatte aber Glück und der Regen liess nach, als ich mich auf den Start vorbereitete. Aus Rücksicht auf meine Oberschenkelzerrung baute ich ein längeres Aufwärmen ein. Tatsächlich spürte ich dann im Rennen eigentlich keine Schmerzen mehr, wobei ich tempomässig etwas zurückhaltend war.Der Lauf war technisch einfach und ich hatte keine nennenswerten Fehler zu verzeichnen. Zweimal wären mit Alternativrouten ein paar Meter zu gewinnen gewesen, nämlich zu P.6 und P.13. Das hätte vielleicht noch 10 bis 20 Sekunden gebracht.
Also ein gut gelungener Lauf. Allerdings büsste ich auf Peter Gagarin, den grossen Favoriten in unserem Feld, schon über eine Minute ein.
Rangliste
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