
Mit einem ganz schlechten ersten Wettkampftag begann ich gar nicht nach meinem Plan. Dieser sah nämlich sorgfältiges Kartenlesen mit minimaler Fehlerquote vor! Es gelangen mir dann in der Folge noch 2 Tagessiege, aber wirklich gut lief ich nur eine einzige der 6 Etappen. So musste ich mit meinem zweiten Gesamtrang sehr zufrieden sein, wirklich verdient war er eigentlich nicht...
Tag 1:
Oberhalb des Karersees, in den Bergen südöstlich von Bozen. Die H65-Bahn war hauptsächlich im einfacheren, östlichenTeil der Karte gelegt, mit Ausnahme des ersten Postens. Dieser wurde mir auch pr
ompt zum Verhängnis. Nach einem Blick auf die Karte hielt ich die Senke für den Postenstandort und lief diese an. Dort fand ich aber keine Flagge... Ich suchte die Gegend nach weiteren Senken ab, ohne Erfolg, ich kam immer wieder zur ersten zurück. Schliesslich ein Blick auf die Postenbeschreibung: Autsch, der Postenstandort war eine flache Mulde im Dickicht, gleich neben der Senke. Zeitverlust schon 6.5 Minuten!Der restliche Teil der Bahn war dann ziemlich einfach und ich kam ohne Probleme bis zum Posten 11. Dort passierte mir dann ein grober Fehler: ich las den Abschnitt zu P.13 statt zu P.12. Natürlich landete im am falschen Ort und suchte verzweifelt herum. Schliesslich bemerkte ich meinen Irrtum, fing mich auf und lief Posten 12 an. Abschnittszeit 9 Minuten statt möglichen 2!
Resultat: 16. Rang mit 12 Minuten Rückstand. Neue Zielsetzung: Unter die ersten 10 kommen...
Tag 2:
Gleiches Zielgelände wie am Vortag. Diesmal ging es aber mit einer 7500er Karte in den schwierigen, mit Felsblöcken reich bestückten westlichen Teil des Geländes, sinnigerweise Labyrinth genannt.
Diesmal gelang mir der Einstieg ausgezeichnet und so kam ich ohne Zeitverlust bis zum Posten 8. Posten 9, ein Loch, versuchte ich vom Wegende mit dem Kompass anzulaufen. Dies misslang in dem zerklüfteten und unübersichlichen Gelände. Nach einer Suche von gut 2 Minuten fand ich den Posten schliesslich. Auf dem Weg zu P.10, wieder mit Kompass, verlor ich den Kartenkontakt. Nochmals mehr als 4 Minuten verloren!Posten 11 sah einfach aus, die Flagge war aber gut versteckt zwischen Steinblock und Tännchen. Dort nochmals fast eine Minute investiert. Der Schlussteil bot dann keine Probleme mehr.
Offenbar hatte die Konkurrenz ähnliche Schwierigkeiten gehabt, denn meine Zeit reichte zum Tagessieg, wenn auch mit ganzen 2 Sekunden Vorsprung...
Im Gesamtklassement tat ich einen Sprung auf Rang 6.
Tag 3:
Ganz i
n der Nähe von Deutschnofen, dem Zentralort der ersten 3 Etappen. Ein sehr schönes Laufgelände, mit teilweise nordischem Charakter. Gut belaufbar und gute Sicht. Technisch eher auf der einfachen Seite. Leider kam ich nicht fehlerfrei durch. Beim Posten 4 lief ich zuerst einen falschen Posten an ( 40 s ). Zu Posten8 geriet ich zu tief und musste zurück steigen ( 1:10 ). Schliesslich noch ein grober Fehler zu P.9: schlechte Route und zuerst auf den falschen Hügel gestiegen ( 2 Minuten). Es reichte noch zum 3. Tagesrang, und zum Vorstoss auf Rang 3 des Gesamtklassements.Zwischen den drei Läufen im Südtirol und den dreien im Norden, waren zwei Ruhetage eingeschoben. Den ersten benutzte ich zum Verschieben über den Brenner, wobei ich zuerst noch eine Runde über einige Dolomitenpässe drehte.

Am Abend fand ein Sprintrennen in Fulpmes im Stubaital statt, welches aber nicht
für die Gesamtwertung zählte. In der Kategorie H60 gelang mir der Lauf ganz ansprechend, wobei ich in der Startphase etwas konfus lief, da ich die Startflagge nicht gesehen hatte. Die dritte Postenflagge die ich anlief war dann endlich die richtige. Diese Schwierigkeit kostete etwa 30 s. Am Ende belegte ich Rang 2 hinter dem WMOC-Sprintchampion von 2008, Matti Railimo ( der Abstand war allerdings ziemlich deutlich, nämlich etwa 2 Minuten ).Ergebnisse
Zum Uebernachten stellte ich den Camper auf den Parkplatz der Seilbahn wozu uns ein nettes Schild einlud:
Am nächsten Morgen hatten ich und meine zwei Camperkollegen den folgenden Zettel unter den Scheibenwischern, der uns sagte, dass wir hier unerwünscht seien:
So verzogen wir uns dann halt auf den nahen Campingplatz.Den zweiten Ruhetag benutzten wir für eine mehrstündige Wanderung auf die nahe gelegene Alp.
Tag 4 des 6-Tage-OLs:
Nach dem Sprint und zu Begin der Bergwanderung spürte ich wieder ein leichtes Ziehen in der rechten Achillessehne und ich befürchtete schon, die 4. Etappe könnte die letzte sein. Meine Angst erwies sich dann aber glücklicherweise als unbegründet und ich konnte die weiteren Rennen ohne Beschwerden absolvieren.
Von Mieders fuhr man mit der Serles-Seilbahn ins Zielgebiet für die 4. ( und auch 5. ) Etappe. Der Startplat
z war nochmals etwa 200 m höher. Ich machte mich etwas spät auf den Weg zum Start und kam ziemlich ins Schwitzen. 2 Minuten vor dem Aufruf erreichte ich den Startbereich.Der erste Posten war heikel, ein Felsblock in einer Zone mit diffuser Vegetation. Ich näherte mich vorsichtig an und fand den Posten ohne Problem. Auch die nächsten, ähnlichen Postenstandorte lief ich fehlerlos an. Während des ganzen Laufes geriet ich nie in Schwierigkeiten und kam schliesslich mit Bestzeit ins Ziel. Endlich wieder einmal ein fast perfekter Lauf! Im Gesamtklassement stiess ich sogar auf Rang 1 vor.
Tag 5:
Gleiches Gelände, gleiches Ziel wie am Vortag. Start aber erst am Nachmittag bei der
Fehlertotal etwa 5 Minuten, etwas viel für den an sich nicht sehr schwierigen Lauf. Physisch war ich an diesem Tag ziemlich schwach. Tagesrang 6 und Rückfall auf Rang 2 im Gesamtklassement.
Tag 6:
Ein neues Laufgebiet bei Obernberg, in einem Seitental nahe beim Brennerpass. Das Gelände war als schwierig angekündigt und es würde wohl noch einige Aenderungen im Klassement bewirken.
Ich hatte gut 2 Minuten Rückstand auf den führenden Hansruedi Brand. Gegen hinten ein Polster von 6 Minuten. Ich musste also versuchen, aggressiv und trotzdem fehlerfrei zu laufen! Das gelang mir dann aber nicht...
Scho
P.6 und 7 ok.
Bei P.8 war ich zu hoch im Hang und lief oben durch. Ich korrigierte dann noch weiter nach oben und suchte in der oberen Lichtung. Schliesslich lief ich weit den Hang hinunter und fand den Posten ( 3 Minuten ).
Der schlimmste Fehler folgte aber noch: zu P.9 verliess ich den Uferweg beim grossen Felsen. Ich lief dann links am Posten vorbei bis zum Zaun. Auch beim Zurücklaufen wieder verfehlt. Erst beim dritten Anlauf fand ich den Posten endlich ( 5 Minuten ).
Den Rest noch ohne Problem, aber ziemlich frustriert.
Fehlertotal über 10 Minuten... Das gab noch den Etappenrang 7. Immerhin blieb ich im Gesamtklassement auf Rang 2.
Fazit: Umgebung, Läufe und Wetter waren 1A. Meine Leistung aber weniger. Einzig mit meinem Lauf in der 4. Etappe konnte ich zufrieden sein, sonst beging ich viel zu viele und teilweise wirklich dumme Fehler. Gesundheitlich ging es wieder aufwärts, die hartnäckige Erkältung, die länger als 2 Wochen anhielt, ist (hoffentlich) überwunden.
Zu den Resultaten und Photos
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